Kernschmelzen gelten als hypothetisch – Tschernobyl und Fukushima sind real

 

30 Jahre nach der Tschernobyl-Reaktorkatastrophe und 5 Jahre nach der Reaktorhavarie in Fukushima gelten Kernschmelzen in Fachkreisen weiterhin als hypothetisch. Eine reelle Reaktorhavarie hat hingegen tragische und weitreichende Konsequenzen über Jahrhunderte hinweg. Sie stellt Wirtschaft und Gesellschaft in der betroffenen kontaminierten Region vor Herausforderungen, die fast nicht zu bewältigen sind. An der Green-Cross-Informationsveranstaltung berichten erstmals Nuklearexperten aus Japan, Russland und der Schweiz gemeinsam über ihre Erfahrungen und die heutige Sicht der Energiegewinnung mit Atomkraftwerken.

 

Als Umweltorganisation, die sich seit zwei Jahrzehnten mit den Langzeitfolgen der Tschernobyl-Reaktorkatastrophe befasst, trägt Green Cross Schweiz in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern Fakten zusammen, die für einen weltweiten Ausstieg aus der Atomkraft sprechen: angefangen mit Prof. Jonathan M. Samet, der in Zusammenarbeit mit nationalen Green-Cross-Organisationen 2013 die Studie über die neuropsychologischen Langzeitfolgen im Tschernobyl-Gebiet veröffentlichte und 2015 den Fukushima-Report vorlegte – über Nuklearingenieur Prof. Dr. Vladimir M. Kusnetsow, unter dessen Leitung unter anderem eine Gefahrenexpertise über die Auswirkungen von Waldbränden in den radioaktiv kontaminierten Tschernobyl-Gebieten erarbeitet wurde – bis hin zu Naoto Kan, der über die Fukushima-Krise während seiner Amtszeit als Premierminister von Japan informiert.

Den Flyer mit den Referentenbeschrieben können Sie hier herunterladen (PDF) (800 KB)

 

Green-Cross-Kernenergie Event jetzt auf YouTube

 

Die Green-Cross-Informationsveranstaltung über die Erkenntnisse aus der Fukushima-Reaktorkatastrophe vom 30.1.2016 an der ETH mit Prof. Dr. R. Richard Ernst, Naoto Kan, Dr. Stephan Robinson und Prof. Dr. Vladimir Kusnetsow ist auf YouTube zu sehen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=ylm5ffZaceI

https://www.youtube.com/watch?v=Q4kwR6wpw2g

https://www.youtube.com/watch?v=ElXurRrhQ2M

https://www.youtube.com/watch?v=mEJhvl2PdME

https://www.youtube.com/watch?v=YWNzjZaKYn8

 

Umweltreporte

 

Seit 2007 haben die jährlichen Umweltgiftreporte von Green Cross Schweiz und dem Blacksmith Institute, USA, wesentlich zum Verständnis der gesundheitlichen Auswirkungen von toxischen Schadstoffen und ihren Umweltgiftquellen in der breiten Öffentlichkeit beigetragen.

 

Der Umweltgiftreport 2012 beschreibt bekannte Umweltgifte und weist auf deren industrielle Anwendungen und häufigsten gesundheitlichen Auswirkungen hin. Des Weiteren identifiziert der Bericht die wichtigsten zehn Umweltgiftquellen und quantifiziert erstmals das weltweite Ausmass der Gesundheitsschäden durch toxische Substanzen und belegt, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von industriellen Schadstoffen in etwa gleich hoch sind wie die der drei globalen Infektionskrankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria.

 

Der Umweltgiftreport 2011 basiert auf der geschätzten Zahl der Menschen, die durch die Schadstoffquellen betroffen sind, und der Anzahl weltweit identifizierter Orte, wo Umweltgifte in gesundheitsschädlichen Konzentrationen vorkommen. Über die zehn gefährlichsten Umweltgiftquellen und die schlimmsten Verschmutzungsprobleme wurde in den Jahren 2008 und 2010 berichtet. Der im Jahr 2009 veröffentlichte Umweltbericht enthielt Fallstudien zu erfolgreichen Sanierungsprojekten.

Spendenkonto Green Cross Schweiz: PC 80-576-7 IBAN CH02 0900 0000 8000 0576 7