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Atomkraftwerke sind weder sicher, sauber noch wirtschaftlich

30.01.2016

 

Prof. Dr. Richard R. Ernst, emeritierter ETH-Professor und Nobelpreisträger für Chemie 1991, warnt in seinem Grusswort eindringlich: «Besser heute alle AKWs abstellen, als auf morgen warten!» Unter seinem Patronat findet die Green-Cross-Informationsveranstaltung mit namhaften Referenten statt.

Der ehemalige Premierminister von Japan, Naoto Kan, erzählt, dass er bis zur Fukushima- Katastrophe dachte, die Kernenergie sei eine fortgeschrittene Technologie und man müsse nur sorgfältig damit umgehen. Dennoch ist der schwere Reaktorunfall in Fukushima eingetroffen und mehr als 200’000 Menschen mussten evakuiert werden. Wäre das Ausmass des Unfalls nur ein wenig grösser gewesen, wäre Japan für zwanzig bis dreissig Jahre ins Chaos gestürzt. «Der Unfall hat meine Sichtweise grundlegend verändert. Ich halte die Kernenergie für die gefährlichste Form der Energiegewinnung, und das Risiko ist zu gross, um diese Technik weiter einzusetzen», stellt er fest. Laut Kan ist die Behauptung der Atomlobby, Kernenergie sei günstiger als etwa Öl oder Erdgas, eindeutig falsch. Rechnet man die Entschädigungsgelder bei Unfällen oder die Kosten für die Endlagerung mit ein, ist sie teurer als Öl oder Erdgas. Hätte der Unfall nur etwas grössere Ausmasse gehabt, hätte man Menschen in einem Umkreis von 250 Kilometern langfristig evakuieren müssen – der Raum Tokio und damit 50 Millionen Menschen wären davon betroffen gewesen. Solche kolossalen Schäden treten normalerweise nur nach einer vernichtenden Kriegsniederlage auf. «Diese Erkenntnis sollte dazu führen, die Atomenergie aufzugeben, weil sie weder wirtschaftlich, sauber noch sicher ist», betont Naoto Kan an der Green-Cross-Informationsveranstaltung.

 

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Umweltreporte

 

Seit 2007 haben die jährlichen Umweltgiftreporte von Green Cross Schweiz und dem Blacksmith Institute, USA, wesentlich zum Verständnis der gesundheitlichen Auswirkungen von toxischen Schadstoffen und ihren Umweltgiftquellen in der breiten Öffentlichkeit beigetragen.

 

Der Umweltgiftreport 2012 beschreibt bekannte Umweltgifte und weist auf deren industrielle Anwendungen und häufigsten gesundheitlichen Auswirkungen hin. Des Weiteren identifiziert der Bericht die wichtigsten zehn Umweltgiftquellen und quantifiziert erstmals das weltweite Ausmass der Gesundheitsschäden durch toxische Substanzen und belegt, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von industriellen Schadstoffen in etwa gleich hoch sind wie die der drei globalen Infektionskrankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria.

 

Der Umweltgiftreport 2011 basiert auf der geschätzten Zahl der Menschen, die durch die Schadstoffquellen betroffen sind, und der Anzahl weltweit identifizierter Orte, wo Umweltgifte in gesundheitsschädlichen Konzentrationen vorkommen. Über die zehn gefährlichsten Umweltgiftquellen und die schlimmsten Verschmutzungsprobleme wurde in den Jahren 2008 und 2010 berichtet. Der im Jahr 2009 veröffentlichte Umweltbericht enthielt Fallstudien zu erfolgreichen Sanierungsprojekten.

Spendenkonto Green Cross Schweiz: PC 80-576-7 IBAN CH02 0900 0000 8000 0576 7